Nebel dämpft Kontraste, verlängert Distanzen und lässt Spitzenlichter glimmen. Stelle die Belichtung behutsam ein, um Überstrahlungen zu vermeiden, und komponiere mit Schichten, die langsam im Dunst verschwinden. Eine ruhige Wasseroberfläche spiegelt weicher, sodass Konturen wie Bleistiftskizzen wirken. So erzählst du leise, poetische Szenen. Achte auf Feuchtigkeit, reinige Linsen häufig, und umarme das Unvollkommene, das genau die Stimmung entstehen lässt, nach der viele Sehnsucht haben.
Nach Regen verwandeln sich Straßen in Spiegel, in denen Reklame, Fenster und Signallichter tanzen. Arbeite mit höheren ISO-Werten, halte Zeiten tragbar und spiele mit Gegenlicht, das Tropfen aufleuchten lässt. Regenschirme werden zu grafischen Formen. Ein Kunststoffbeutel schützt Kamera und motiviert länger zu bleiben. Ich habe einmal in Berlin an einer Haltestelle gewartet, bis die gelbe Tram das rote Neon kreuzte; die Pfütze komponierte den perfekten, leuchtenden Akkord.
Windige Tage lassen Wolken ziehen, die in Langzeitbelichtungen Vektoren in den Himmel malen. Nutze dies, um den Blick zur Skyline zu führen. Ein kleiner Versatz der Kamera kann die Richtung verstärken. Achte darauf, dass Spiegelungen nicht zu unruhig werden; suche dann windgeschützte Buchten. Farblich können kühle Schatten und warme Highlights Spannungen erzeugen, die du im Weißabgleich ausbalancierst oder bewusst steigerst, um die Geschichte intensiver zu erzählen und fühlbar zu machen.
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